Konditorei (Zuckerbäckerei), Schwerpunkte: Allgemeine Konditorei oder Patisserie

3-jähriger Lehrberuf

 

I. Voraussetzungen für den Lehrberuf Konditorei

  • Gültiger Lehrvertrag
  • Erfüllung der Schulpflicht

 

II. Anforderungen an den Lehrberuf Konditorei

Künftige Konditorinnen und Konditoren sollten vor allem folgende Fähigkeiten und Begabungen mitbringen:
Besondere Freude am Beruf und an der Teamfähigkeit, Ordnungsliebe, Handgeschicklichkeit, Fingerfertigkeit, guter Geruchs- und Geschmackssinn, Organisationstalent, gestalterische Fähigkeit und Sinn für Ästhetik, Kreativität, Selbständigkeit, Phantasie, Hygienebewusstsein

 

III. Aufgaben/Tätigkeiten

Der Aufgabenbereich von Konditorinnen und Konditoren mit dem Schwerpunkt „allgemeine Konditorei“ umfasst im Wesentlichen:
Herstellung von Teigen und Massen für Torten, Back- und Zuckerwaren. Erzeugung von Schokoladeprodukten (Bonbons, Konfekt usw.). Wiegen und Verarbeiten von Zutaten, Formen und Rühren von Teigen, Zubereitung von Füllungen und Cremes, Verzieren und Gestalten von Torten, Kuchen und Backwaren, Herstellen von Eis, Produzieren von Schokolade- und Zuckerschaustücken, Präsentieren und Verkaufen in klassischen Konditoreibetrieben

Der Aufgabenbereich von Konditorinnen und Konditoren mit dem Schwerpunkt „Patisserie“ umfasst im Wesentlichen:
Herstellen von warmen Mehlspeisen, Tellerdesserts und Produkten aus der kalten bzw. Vorspeisen-Küche, Herstellung von Teigen und Massen für Torten, Back- und Zuckerwaren im Kontext des à la carte-Geschäfts. Erzeugung von Schokoladenprodukten (Bonbons, Konfekt usw.). Wiegen und Verarbeiten von Zutaten, Zubereitung von Mousses und Cremes, Verzieren und Gestalten von Tellern und Desserts. Herstellen von Eis. Präsentieren und Verkaufen in Restaurants bzw. Konditoreien mit à la carte Geschäft

 

IV. Ziele der dualen Ausbildung

Entwicklung zur Fachexpertin bzw. zum Fachexperten mit Fähigkeiten zur Selbstständigkeit und Kollegialität. Förderung eigenständiger Kreativität und positive Ablegung der Lehrabschlussprüfung.

 

V. Lehre / duales Ausbildungssystem

Dauer: 3 Jahre

Ausbildung im Betrieb:
Die Ausbildung erfolgt in den Produktionsstätten und Dienstleistungsbetrieben der Wirtschaft. Charakteristisch für diese Form der Ausbildung ist der hohe Grad der Praxisorientierung. Im Betrieb werden alle berufsspezifischen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt.

Ausbildung in der Berufsschule:
Die Berufsschule begleitet und ergänzt die betriebliche Ausbildung. Der Unterricht an der Berufsschule vertieft das fachliche Grundwissen, fördert die berufstheoretischen Kenntnisse und erweitert bzw. vervollständigt das allgemeinbildende Wissen.

Stundentafel:
Gesamtstundenzahl: 3 Klassen zu insgesamt 1 260 Unterrichtsstunden (Pflichtgegenstände)
Lehrgangsmäßiger Unterricht: Je 10 Wochen im Lehrjahr

Unterrichtsgegenstände:
– allgemeine: Politische Bildung, Deutsch und Kommunikation, Berufsbezogene Fremdsprache Englisch, Angewandte Wirtschaftslehre
– fachliche: Lebensmittelkunde und Ernährungslehre, Fachkunde und Konditoreitechnologie, Fachpraktikum

 

VI. Berufsaussichten

Ausgebildeten Konditorinnen und Konditoren sind international gefragte Fachkräfte in Konditorei-, Hotellerie- und Gastronomiebetrieben. Durch Weiterbildung und Befähigung zur Meisterin bzw. zum Meister kann die Selbstständigkeit sowie die Position der Backstubenleitung angestrebt werden.

 

VII. Weiterbildung

Zusatzqualifikationen können durch weitere Prüfungen in verwandten Lehrberufen (wie z.B. Bäckerei, Köchin/Koch, Chocolatier/Chocolatière) erworben werden. Der Meisterkurs des Wirtschaftsförderungsinstutes (WIFI) bietet nicht nur Vorbereitung auf die Meisterprüfung, sondern auch facheinschlägige Weiterbildung im Bereich Zucker- und Schokoladenartistik sowie Eis- und Pralinenherstellung.